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Stöbern Sie doch in der Zwischenzeit ein wenig in den bisherigen Blog-Beiträgen und lassen Sie sich inspirieren. Viel Spaß beim Lesen!
Ihre,
Ingrid Gerstbach
Aktuelle Beiträge im Blog:
Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem wichtigen Meeting. Die Diskussion läuft heiß, und plötzlich erhebt jemand die Stimme. Mit lauten Worten und großem Gestus zieht diese Person die Aufmerksamkeit auf sich, dominiert den Raum, lässt keinen Widerspruch zu. Es wirkt beeindruckend – zumindest auf den ersten Blick.
Warum geben wir anderen so viel Macht über unser emotionales Leben? Jede Minute, die wir damit verbringen, über eine Beleidigung zu grübeln, ist eine Minute, die uns von jemandem gestohlen wurde, der wahrscheinlich längst weitergegangen ist. Die antiken Stoiker und moderne Neurowissenschaft zeigen einen überraschenden Weg zur Freiheit. Und zwar einer, der nicht in der Unterdrückung von Gefühlen liegt. Denn sich beleidigt zu fühlen erfordert unsere Mitarbeit und diese können wir verweigern.
Wir hören in unseren eigenen Worten die Absicht, den Kontext, die Emotion. Andere hören nur die Worte selbst. Diese Asymmetrie ist der blinde Fleck der Kommunikation. Und er ist größer, als Sie denken. In einem Stanford-Experiment glaubten Menschen, 50% ihrer Botschaft würde ankommen. Tatsächlich waren es aber nur 2,5%. Die gute Nachricht: Drei einfache Praktiken können diesen Fleck verkleinern und vieles grundlegend verändern.
Wenn Organisationen verkünden, sie hätten keine Hierarchien mehr, meinen sie es meist ernst. Aber sie übersehen etwas Entscheidendes: Formale Machtstrukturen verschwinden nicht, wenn wir sie abschaffen. Sie werden in den meisten Fällen nur unsichtbar. Forschung zeigt, dass diese Unsichtbarkeit ihre eigenen Probleme schafft: mehr Stress, mehr Ambiguität, und paradoxerweise oft mehr Ungerechtigkeit gegenüber genau den Menschen, die von Gleichheit profitieren sollten.
Ungleichheit braucht keine böse Absicht. Sie braucht nur einen Satz, der sich für denjenigen, der ihn sagt, vollkommen stimmig anfühlt und für jemand anderen möglicherweise sogar eine Karriere kostet. Über Zuschreibung, Sprache, und wo Führung wirklich entschieden wird.
Wir glauben gerne an die Illusion, dass die Wahrheit sich durchsetzt, wenn wir sie nur präzise genug aussprechen. Dass gute Argumente gewinnen müssen. Dass das menschliche Herz ein Schloss ist, zu dem wir nur das richtige argumentative Passwort finden müssen. Aber die Forschung erzählt eine andere Geschichte.
In Bewerbungsgesprächen taucht es so zuverlässig auf wie die Frage nach Stärken und Schwächen: Empathie. Jeder hat sie, jeder schätzt sie und jeder möchte von ihr umgeben sein. Aber wenn ich nach fünfzehn Jahren eines gelernt habe, dann dass die Menschen, die glauben empathisch zu sein, es meistens nicht sind. Sie leiden mit. Und das ist etwas völlig anderes, mit völlig anderen Konsequenzen.
Es gibt ein Muster, das sich durch unser ganzes Leben zieht: Der neue Job, der nach sechs Monaten zur Plackerei wird. Die Beziehung, die nach einigen Jahren ihren Glanz verliert. Unser Gehirn gewöhnt sich an alles, was einst neu und aufregend war. Die Frage ist nicht, ob uns Dinge langweilig werden, sondern was wir tun, wenn es passiert. Denn die Wissenschaft zeigt: Auf der anderen Seite der Ernüchterung wartet etwas Wertvolleres als Begeisterung.
Die produktivsten Menschen haben oft ein merkwürdiges Problem: Sie leisten beeindruckend viel und fühlen sich trotzdem, als hätten sie nichts geschafft. Das liegt an einem Trick, den unser Gehirn uns spielt. Einem Trick, den wir völlig falsch verstehen.
Warum fühlen wir uns nach vielen sozialen Begegnungen ausgelaugt statt erfrischt? Weil wir ständig Rollen spielen, Masken tragen und unser wahres Selbst verstecken. Der Soziologe Erving Goffman nannte es „Frontstage“ und Forschung zeigt: Smalltalk korreliert nachweislich mit Unzufriedenheit. Dabei gibt es drei einfache Prinzipien, die echte Verbindung möglich machen.
