Hast du schon einmal absichtlich weniger gegeben, nur um später sagen zu können: „Ich war halt nicht vorbereitet“? Wenn ja: Dann sabotierst du dich, wahrscheinlich viel öfter, als du denkst. Und das hier könnte dein Wendepunkt sein.
Vor ein paar Monaten saß eine Führungskraft in einem unserer Workshops. Sie war wirklich brillant, erfahren, respektiert. Doch jedes Mal, wenn wir Ideen sammelten, sagte sie: „Ich bin nicht so kreativ. Lasst lieber die anderen.“ Das klingt zunächst harmlos. Aber nach ein paar Fragen wurde klar: Sie hatte nicht Angst vor Ideen, sie hatte Angst, dass ihre guten Ideen nicht gut genug sein könnten. Das ist Self-Handicapping in Reinform.
Und ich sehe es überall.
Self-Handicapping ist kein Mangel an Motivation. Es ist ein Schutzmechanismus. Dein Gehirn versucht, dich vor der gefährlichsten Frage zu bewahren: „Was, wenn mein Bestes nicht reicht?“ Und um diese Frage zu vermeiden, sabotierst du dich selbst.
Du lernst zu wenig. Du bereitest dich zu spät vor. Du redest Projekte klein. Du gehst halbherzig in Chancen. Du gibst dich „bescheiden“, bevor du überhaupt angefangen hast.
Warum? Damit du im Zweifel sagen kannst: „Es lag ja nicht an mir. Die Umstände waren einfach schwierig.“ Kurzfristig schützt es dein Ego. Aber langfristig zerstört es dein Wachstum.
Forscher fanden heraus, dass Menschen, die sich selbst sabotieren, oft mehr Potenziale haben, nicht weniger. Sie sabotieren sich nicht, weil sie wenig von sich erwarten. Sondern, weil sie zu viel von sich erwarten, und Angst haben, dass die Realität es nicht bestätigt. Das macht Self-Handicapping so perfide.
Self-Handicapping ist perfektionistische Angst in Verkleidung.
Der innere Satz lautet: „Solange ich nicht alles gebe, kann niemand beurteilen, wie gut ich wirklich bin.“ Damit schützt du dein Selbstwertgefühl, aber du tötest die eine Ressource, die du für echte Entwicklung brauchst: Mut.
Machen wir eine Übung, den 20-Sekunden-Perspektivwechsel, der dich verändert: Dazu denk mal kurz an eine Situation, in der du eine Ausrede vorbereitet hattest. Wirklich. Nimm ein Beispiel. Und jetzt stell dir vor: Du hättest keine Ausrede gehabt. Wie hättest du gehandelt, wenn du dich wirklich getraut hättest, 100% zu geben?
Und genau dort beginnt Wachstum. Genau dort endet Selbstsabotage.
Wie kommst du also aus dieser Falle nun raus?
Entkopple Leistung von deinem Wert: Du bist mehr als Ergebnisse. Scheitern sagt nichts über deinen Charakter, nur etwas über deine Strategie.
Benenne das Ziel, nicht die Angst: Schreib auf: Was will ich erreichen? Nicht: Wie möchte ich wirken? Das trennt Realität von Schutzmechanismen.
Sag das Unbequeme: „Ich weiß nicht, ob ich’s kann, aber ich versuche es.“ Das ist nicht Schwäche. Das ist Verantwortung. Und es zerstört 90% deiner Ausreden in einem einzigen Satz.
Fehler sind nichts anderes als Daten: Das ist kein Spruch. Das ist ein fundamentales Prinzip aus dem Design Thinking. Fehler sind Informationen. Jede Rückmeldung bringt dich näher. Nicht weiter weg.
In Workshops sehen wir Self-Handicapping jeden Tag. „Ich bin nicht kreativ.“ „Ich sag lieber nichts Falsches.“ „Ich kann nicht zeichnen.“ Das sind keine Eigenschaften. Das sind Selbstschutzprogramme.
Und genau deshalb funktioniert Design Thinking so gut: Es nimmt das Ego aus dem Prozess, damit Ideen endlich Luft bekommen. In unseren Trainings bringen wir Menschen bei, mutig zu denken, zu entscheiden und zu gestalten. Nicht perfekt, sondern ehrlich. Nicht sicher, sondern neugierig.
Wenn du merkst, dass du dich sabotierst, dann stell dir sofort diese eine Frage: „Was wäre jetzt die mutigere Version von mir?“ Antworten kommen überraschend schnell. Und meistens verändern sie dein Verhalten sofort.
Wenn du keine Lust mehr hast, dich selbst kleinzuhalten und wenn du lernen willst, mutiger zu denken, zu entscheiden und kreativ zu arbeiten, dann abonnier den Kanal. Hier geht’s jede Woche um Psychologie, Mut und Design Thinking. Kurz, klar, praktisch. Und immer so, dass du etwas sofort in deinem Alltag nutzen kannst.

