Wie Sie ganz einfach einen gelungenen Auftritt hinlegen - und warum das für Ihre Karriere wichtig ist

Sie sprechen ständig – auch wenn Sie eigentlich schweigen. Denn ob Sie wollen oder nicht – dank Ihres Körpers kommunizieren Sie unentwegt. Im Grunde werfen Sie ständig mit unterschiedlichen Signalen nur so um sich. Körperbewegungen, Gesichtsausdrücke, Sprachmelodien oder auch Lautstärke beeinflussen unser Gesagtes. Und auch Mikroausdrücke, Handgesten und Haltungen anderer registrieren wir unbewusst binnen Sekunden - und lösen dadurch Vorurteile im Gegenüber aus.

Mittels Körpersprache können wir also einerseits unsere (wörtlichen) Botschaften unterstreichen. Andererseits wirken Sie als Person bereits aufgrund Ihrer körperlichen Anwesenheit.

Von den vielen Aspekten der Körpersprache spielen die Hinweise, die Sie in den ersen Minuten - oder sogar Sekunden - einer Begegnung mit anderen aussenden, eine besondere Rolle. Ob es sich dabei um ein geselliges Beisammensein, ein geschäftliches Treffen, ein Date oder eine Familienfeier handelt: Wenn Sie sich darauf konzentrieren, wie Sie den Raum betreten, haben Sie selbst in der Hand, ob der Rest der Begegnung gut oder schlecht für Sie verläuft. So lautet zumindest eines der Ergebnisse einer interessanten Studie.

Kleiner Auftritt - große Wirkung

2013 untersuchten Musikpsychologen der Hochschule für Musik in Hannover die Reaktion von Studienteilnehmer auf die Bühnenauftritte klassischer Musiker. Den Teilnehmern wurde dazu verschiedene Videos vorgeführt, bei denen Geiger nacheinander die Bühne betraten. Die Zuseher wurden aufgefordert, vor allem auf ihren ersten Eindruck, den sie bezogen auf die Musiker hatten, zu achten. Als entscheidender Moment wurde jener identifiziert, in dem die Geiger zum ersten Mal die Bühne betraten - noch bevor der erste Ton erklang.

Das Überraschende dabei: Nicht das Äußere der Musiker war ausschlaggebend. Viel wichtiger und bedeutender war das Gesampaket: Nickte der Geiger dem Publikum zu? Sahen sie sich um, bevor sie ihren Platz einnahmen? War der Schritt sicher und souverän? Wie breit war der Abstand der Füße beim Stehen? Das Faszinierende war, dass je selbstbewusster der Auftritt war, desto positiver war auch die Wirkung auf andere.

Aber das war noch nicht alles. Denn weiters zeigte die Studie, dass letztlich die gesamte Performance sich an der ersten Wahrnehmung des Publikums orientierte. Je positiver beeindruckt ein Teilnehmer von einem Musiker war, desto begeisterte wurde dem gesamten Konzertverlauf gelauscht. Je weniger überzeugt allerdings das Publikum von einem Musiker war, desto mehr schwand die Aufmerksamkeit und desto schneller fühlten sie sich gelangweilt. Denn der erste Eindruck bleibt in der Regel bestehen.
Dass es auch keinen großen Unterschied macht, ob Sie eine Person nur wenige Sekunden oder gar Stunden sehen und hören, bewies diese Studie. Demnach wird mit der Länge der Beobachtung lediglich die Sicherheit des Urteils gestärkt.

Was hat das nun mit Ihnen und Ihrer Arbeit zu tun? Um sich und Ihre Arbeit in einem positiven Licht zu zeigen, ist vor allem Ihr Auftreten wichtig. Je höher jemand in der Hierarchie in einem Unternehmen steht, desto mehr wird das Wissen der körperlichen Präsenz bewusst eingesetzt. Das amerikanische Unternehmen TalentSmart hat dazu mehr als eine Million Menschen befragt und dabei herausgefunden, dass vor allem in den oberen Hierarchien Menschen Platz einnehmen, die um die Macht der nonverbalen Kommunikation wissen. Diese sind Meister darin, ihre Körpersprache gezielt einzusetzen und so die Wirkung auf andere bewusst zu steuern.

Mit den folgenden 3 Tipps können Sie Ihre Chancen für einen gelungenen Auftritt steigern:

1. Seien Sie pünktlich: In manch einem Workshops habe ich erlebt, dass Teilnehmer bewusst zu spät kommen. Sie dachten, dass sie dadurch ihre Wichtigkeit unterstreichen würden. Das Gegenteil ist allerdings der Fall. Wenn jemand zu spät kommt, wirkt er oder sie schnell als unzuverlässig, respektlos und uninteressiert.

2. Blicken Sie offen und sicher in die Augen: Schauen Sie sich lächelnd um. Zeigen Sie, wie zufrieden und glücklich Sie sind, dabei sein zu dürfen. Verwenden Sie eine offene Körpersprache. Auch wenn Sie in einem Meeting sind, vor dem Sie sich eigentlich fürchten, zeigen Sie diese Angst nicht. Meistens wird es bei weitem auch gar nicht so schlimm, wie Sie gefürchtet haben. Das hat auch die Studie aus Hannover gezeigt: Letztlich waren die Geiger erfolgreich, die ihr Publikum angeschaut und ihnen zugenickt haben.  

3. Treten Sie souverän auf: Verzweifeln Sie nicht, wenn Sie in ein Fettnäpfchen treten, unverwechselbare Körpergeräusche direkt von Ihnen kommen oder Sie wortwörtlich in den Raum stolpern.  Solche Momente sind meistens zunächst einmal peinlich, aber sie sind menschlich. Hören Sie auf, sich herausreden zu wollen, verweisen Sie nicht auf eine gerade grassierende Darmgrippe oder machen Sie nicht den Stuhl verantwortlich, Sie zum Sturz gebracht zu haben. Lächeln Sie vielmehr, stehen Sie auf, richten Sie Ihre Krone und gehen Sie weiter.

Abschließende Gedanken

Der erste Eindruck ist der, der im Zweifel immer in Erinnerung bleibt. Achten Sie daher darauf, freundlich, offen und souverän aufzutreten.

Durch den bewussten Einsatz Ihrer Körpersprache können Sie schnell und einfach eine starke und wirkungsvolle Präsenz vermitteln, die andere zur Interaktion mit Ihnen ermutigt. Andererseits hilft Ihnen dieses Wissen auch, bewusst das Auftreten Ihrer Kollegen zu reflektieren und sich nicht so schnell hinters Licht führen zu lassen.