Warum Sie unbedingt eine Denkroutine entwickeln sollten

In der heutigen komplexen und hochdynamischen Welt ist das rarste Gut, was wir haben, Zeit. Viele Menschen rennen kopflos von einem Treffen zum anderen, haken eine Aufgabe nach der anderen ab und suchen nach Wegen, um noch mehr Meetings, Telefonate und Aufgaben in ihre bereits überfüllten Zeitpläne hineinzuquetschen.

Das eigene Management verkommt mehr und mehr zu einem Leistungssport, bei der wie in der Turnhalle hart gearbeitet und reichlich geschwitzt wird, um in Form zu kommen. In Wirklichkeit steigt aber nicht die eigene Effizienz, sondern das Risiko, Gefangener der eigenen, übertriebenen Erwartungen, Engstirnigkeit und unreflektiertem Handel zu werden. Die Kraft und Muse, Energie zum Zuhören aufzuwenden, ist nicht gegeben, weil die Pausen noch mit weiteren Aufgaben gefüllt werden - und vor lauter Tun und Machen bleibt das Denken und Ausrichten auf die eigentlichen Ziele fast ganz auf der Strecke.

Wenn Sie wirklich mehr Erfolg in Ihrem Leben haben wollen, dann sollten Sie vor allem eines: Regelmäßige, fixe Zeiten einbauen, in denen Sie sich die Zeit nehmen, um spazieren zu gehen, zu meditieren oder zu lesen - oder anders gesagt: dem Körper und Geist bewusst Gutes tun.

Wenn ich in meinen Beratungen solche Vorschläge bringe, folgt wie aus der Pistole geschossen das Argument, dass für "herumsitzen und denken" die Zeit doch zu schade wäre - es würde doch zu nichts führen. Gerade weil ja auch so viel zu tun ist, fehlt es an Zeit, mit sich selbst ein Rendezvous für eine Meditation beispielsweise einzuplanen. Wenn Sie ebenfalls diesen Glaubenssatz in sich tragen, dann erlauben Sie mir in diesem Fall bitte auf erfolgreiche Menschen wie Warren Buffett zu verweisen, der nach seiner eigenen Aussage 80% seiner Zeit damit verbracht hat, nur zu lesen und zu denken.

Wenn ein solch erfolgreicher Mensch sich bewusst die Zeit nehmen konnte, um zu denken, dann können Sie das auch. Und um Ihnen noch weniger Chancen für die ganzen „Ja, aber“ zu geben, habe ich hier noch ein paar weitere Vorschläge ;)

Machen Sie Denken zum Teil Ihres Lebens

Beginnen Sie, sich bewusst genügend Denkzeit einzuräumen. Machen Sie Denken zu einem beruflichen und persönlichen Teil Ihres Lebens und geben Sie diesem einen besonderen Stellenwert ein.

Finden Sie Ihre persönlichen Denkstimulis

Spazierengehen, Reden und Lesen sind hervorragende Ideengeneratoren für mich. Das muss aber nicht auch für Sie gelten. Vielleicht hilft es Ihnen, mit Ihren Kindern herumzutollen, zu musizieren oder gemütlich Tee zu trinken. Was auch immer es sein mag: Halten Sie die Augen offen und beobachten Sie, was Sie am meisten genießen. Diese Tätigkeit entwickeln Sie dann bewusst weiter, ritualisieren sie und schützen Sie sie vor sich selber.

Stellen Sie Fragen über Fragen

Die wenigsten beherrschen wirklich die Kunst zu fragen. Viele haben einfach vergessen, wie sie gute Fragen formulieren, andere sind einfach nur müde geworden, nachzufragen und manches Mal ist es einfach nur eine Angst vor der Antwort, die uns blockiert. Dabei existiert keine bessere Strategie, um ins Denken und Handeln zu kommen, als Fragen zu stellen. Beginnen Sie damit sich und anderen Löcher in den Bauch zu fragen. Fragen Sie nach dem Warum, dem Warum-nicht, Was wäre wenn, Was wäre, wenn nicht, Was sonst, Wie, Wann, Wer, Wo etc. und sehen Sie zu, wie Ihre Kreativität förmlich zu fließen beginnt.

Regelmäßige Rendezvous mit Ihrem Denken

Es gibt immer irgendwelche Aufgaben und Fristen, die Sie beachten und einhalten müssen. Das gehört nun mal einfach zu einem modernen Leben dazu. Und gerade deswegen ist es umso wichtiger, dass Sie auch genügend fixe Zeitslots für Ihre persönliche Denkroutine festlegen. Blockieren Sie deswegen jeden Tag (oder zumindest einmal in der Woche) eine fixe Stunde, in der Sie sich Zeit fürs Denken nehmen. Tragen Sie sich diesen Termin ein und verteidigen Sie diesen Termin so gut Sie können (am besten eignen sich Randtageszeiten für die Verabredungen mit sich selbst).

Definieren Sie Ihre persönlichen Denkziele

Und zwar entweder für die gesamte, kommende Woche oder für jeden Tag. In der Regel planen wir immer nur konkrete Geschäftsziele. Versuchen Sie doch mal, einmal in der Woche mindestens drei Dinge festzulegen, über die Sie bewusst nachdenken wollen. Das können eigene Handlungen sein, Reflexionen über Gespräche, über Politik, Religion - über all das, womit Sie sich bewusst beschäftigen wollen.

Abschließende Gedanken

Das Leben ist so bunt und doch viel zu kurz - wir wissen einfach nicht, was danach kommt. Umso wichtiger ist es doch, über sich selber, seine Ziele und sein Leben bewusst nachzudenken und konkrete Ziele zu setzen. Es gibt so viele Bereiche, die es verdient haben, ab und an mal darüber nachzudenken und uns unsere eigene Meinung zu bilden: Soziale Aspekte, Religion, Kultur, Liebe, Philosophie etc.

Denken hat nicht nur etwas mit Selbstmanagement zu tun - Sie übernehmen damit auch die volle Verantwortung für Ihr eigenes Leben. Wenn Sie proaktiv denken, schaffen, organisieren und leben Sie auch bewusst Ihr Leben. Und das wird bzw. sollte auch niemand anderer für Sie tun.