Warum Sie unbedingt auf Ihre Kreativität vertrauen sollten

„Als Kind ist jeder ein Künstler. Die Schwierigkeit liegt darin, als Erwachsener einer zu bleiben.“ (Pablo Picasso)

Viel zu oft verbinden wir Kreativität mit Kunst - aber in Wirklichkeit ist Kreativität so viel mehr. Eine originelle Idee zu finden oder ein bestimmtes Problem zu lösen, erfordert einen zutiefst kreativen Prozess. Wir nutzen Kreativität in so vielen verschiedenen Aspekten unseres Lebens, ohne, dass uns das wirklich bewusst ist.

Menschen sind in Wahrheit selten auf abstrakte Art und Weise kreativ. Um kreativ zu sein, müssen wir nur eines: Das tun, was wir wirklich lieben. Das alleine reicht schon aus, um unsere eigene Vorstellungskraft anzuregen. In jedem Beruf können wir unsere Kreativität leben, egal, ob als Koch oder als Unternehmer. Dazu müssen wir aber das Vertrauen in die eigenen Ideen wiederherstellen. Das ist ein Prozess, der nicht von heute auf morgen funktioniert. Vor allem, wenn man das Vertrauen in sich selbst und in die eigene Kreativität verloren hat.

Kreativität als Erfolgsvoraussetzung

Menschen denken, dass sie entweder kreativ sind – oder eben nicht. Dabei sind meiner Erfahrung nach alle Menschen kreativ, zumindest als Kinder. Sie glauben mir nicht? Dann beobachten Sie doch einfach mal ein Kind, wenn es beginnt, die Welt für sich zu entdecken. In selbsterfundenen Spielen vergessen sie Raum und Zeit um sich herum und leben im Moment. Erst im Laufe der Zeit beginnen sie dann, diese Impulse zu unterdrücken. Sie sozialisieren sich, erleben verschiedene Ausbildungen und lernen dabei, vorsichtiger, umsichtiger und analytischer zu denken. Das führt vor allem dazu, dass wir Menschen Angst vor den Urteilen anderer bekommen. Und das hemmt unser Tun und unsere Kreativität.

Und doch bin ich überzeugt davon, dass Kreativität eine der wichtigsten Voraussetzungen für Erfolg ist – unabhängig von Branche oder Disziplin. Und noch etwas: Kreativität ist neben Empathie die Fähigkeit, die uns Maschinen nicht abnehmen werden können. Kreatives Denken hat zahllosen Unternehmen anhaltenden Erfolg und unglaublichen Aufschwung ermöglicht.

Ich habe im Laufe meiner Beratertätigkeiten die Erfahrung gemacht, dass es gerade in der Wirtschaft wirklich viele Menschen gibt, die unzufrieden mit ihrem Job und Leben sind. Sie haben eine Art innere Distanz zu ihrer Arbeit aufgebaut. Sie verspüren kaum mehr Leidenschaft und verrichten lediglich ihren Job. Das, was von ihnen erwartet wird. Und viel zu viele von ihnen scheinen im falschen Job gefangen zu sein. Sie werden in bestimmte Positionen gesteckt, weil ihr Lebenslauf oder ihre akademische Qualifikation dafür passend erscheint.

Im Gegensatz dazu gibt es dann noch die Menschen, die das, was sie tun, lieben. Sie können und wollen sich gar nicht vorstellen, dass sie jemals etwas anderes tun werden. Sie sind in ihrem Element, weil sie etwas tun, für das sie eine Gabe besitzen und zu dem sie sich auf fast magische Weise hingezogen fühlen. Menschen, die einer Arbeit nachgehen, zu der sie sich berufen fühlen, sind in vielen Bereichen zufriedener. Sie finden ihre eigene, persönliche Erfüllung, darin, indem sie tun, wozu sie sich innerlich verbunden fühlen.

Finden Sie Ihr kreatives Potenzial

Viele Menschen und Unternehmen kommen zu mir in meine Design Thinking Ausbildungen und Beratungen, um genau diese Kreativität zu entwickeln. Ich empfinde es aber nicht als meine Aufgabe, Kreativität zu lehren. Vielmehr geht es darum, die Kreativität in den Menschen wieder zu entfachen. Denn Kreativität ist eine natürliche Eigenschaft, die in uns allen steckt. Wir sind kreativ, wenn wir neue Ideen entwickeln und den Mut zu finden, diese auch auszuprobieren. Dabei hilft Design Thinking als eine Strategie - um die Angst vor dem Unbekannten, vor Bewertungen, aber auch vor Kontrollverlust zu verlieren.

Unternehmen sind dann erfolgreich, wenn sie flexibel sind und konstant innovieren. Diese Eigenschaften sind heute schon enorm wichtig und werden zukünftig noch wichtiger werden. Und genau das lässt sich mit Menschen umsetzen, die ihre kreativen Talente optimal einsetzen und ausleben können.

Einfacher gesagt als getan, könnte man argumentieren. Vielleicht, aber auf jeden Fall ist es machbar. Unternehmen können die Ängste ihrer Mitarbeiter umwandeln, indem sie sie ermutigen, zunächst kleine Schritte zu gehen – einen nach dem anderen. Denn Kreativität ist etwas, das mit der Anwendung wächst - und kein einzigartiges und zufälliges Geschenk ist. Der Prozess ist sicherlich gerade am Anfang ungewohnt und damit nicht immer bequem, aber die ersten Beschwerden verschwinden schnell und werden durch neue Möglichkeiten ersetzt.

Kreativ zu sein bedeutet empathisch zu sein

Kreatives Denken beginnt mit Empathie. Sie können gar nicht anders, als kreativ sein, wenn sie empathisch agieren. Anders ist es, wenn wir uns weiterhin hinter unseren bequemen Schreibtisch verstecken und für uns alleine etwas ausbrüten. Natürlich ist dieses Vorgehen leichter, weil es vertraut ist: Wir bekommen die Informationen von Menschen, die wir kennen und einschätzen können und nicht von der Welt vor der Türe, die voller Chaos zu sein scheint und in denen das Unerwartete an jeder Ecke lauert. Ganz sicher wartet da draußen jede Menge Ungewisses und Menschen, die Ihnen nicht das sagen, was Sie vielleicht hören wollen. Aber genau hier finden Sie die wichtigen Einsichten und kreative Durchbrüche. Wenn Sie raus in die Welt gehen, lernen Sie, am Laufenden zu bleiben, bekommen neue Informationen und entdecken zunächst nicht sichtbare Bedürfnisse. Wenn Sie weiterhin hinter Ihrem Tisch in sicherem Raum bleiben, riskieren Sie, Ideen zu bestätigen, die Sie bereits hatten oder Sie warten weiterhin auf andere - Ihre Kunden, Ihren Chef oder sogar Ihre Konkurrenten -, damit diese Ihnen sagen, was zu tun ist.

Worauf warten Sie noch? Legen Sie los!

Es geht darum, dass Sie es sich zur Gewohnheit machen, raus in die Welt zu gehen. Der Anfang ist dabei immer am schwersten. Was für einen Schriftsteller das leere Blatt, für den Lehrer, der erste Schultag ist, ist für den Projektleiter das erste Meeting. Im Grunde geht es dabei um die Angst, einen neuen Weg zu beschreiten oder aus einem Routine-Workflow auszubrechen. Um diese Trägheit zu überwinden, reichen gute Ideen nicht. Sie müssen aufhören, alles zu planen und ins Handeln kommen - am besten und einfachsten, indem Sie die riesige Gesamtaufgabe in kleine Stücke zerlegen und sie Stück für Stück beginnen anzupacken.

Ich habe gelernt, dass wir selber und unsere Ängste es sind, die uns den Weg zur Innovation blockieren. Die gute Nachricht: Sie können das bewusst ändern und Platz für Kreativität machen. Beginnen Sie mit dem ersten Schritt. Seien Sie mutig! Mut bedeutet nichts anderes, als eine Ansammlung von kleinen Schritten. Warten Sie nicht auf „Wenn – dann“, sondern legen Sie los und beginnen Sie. Es lohnt sich.