Warum jedes Unternehmen einen Innovationsmanager braucht

Letztens fragte mich jemand, wie wichtig es meiner Meinung nach wäre, dass in jedem Unternehmen ein eigener Innovationsmanager sitzen würde. Meine Antwort ist ein klares Ja. Innovationsmanagement ist meiner Meinung nach eine ganz wichtige Funktion, die auf dem Vormarsch ist. Warum? Weil Innovationsmanager eine Art Hellseher sind, jemand, der seinen Blick in die Zukunft wirft und kreativ und phantasievoll neue Nische erkennt. Und genau das brauchen wir, wenn wir in Zukunft wettbewerbsfähig sein wollen.

Vom Trend in die Zukunft

Nicht nur die großen Unternehmen, sondern ein jedes hat die Aufgabe, den Blick nach vorne zu richten - nicht nach hinten. Unternehmen jeder Größenordnung müssen innovativ agieren, wenn sie konkurrieren wollen. Es braucht neue Produkte und Dienstleistungen für neue Märkte. Aber nicht irgendwelche, sondern kreative, die neue Ideen aufwerfen, die noch nicht zuvor gedacht wurden. Das ist das neue Management-Paradigma.

Wir sollten uns besser daran gewöhnen, denn dieser Trend wird wohl noch eine Weile dauern. Schließlich beschleunigt sich alles mehr und mehr: Neue Prozesse genauso wie andere Funktionen und größeres Datenvolumen zwingen Mitarbeiter, eine völlig neue Sprache namens Innovation zu lernen. Bewährte Management-Tools, Techniken und Klischees, die in der Vergangenheit als richtig und wichtig gekennzeichnet wurden, werden überdacht und neu interpretiert. Der Managementstil der Zukunft lautet nicht mehr: Befehl geben und Ausführung kontrollieren. Wenn Unternehmen heute erfolgreich sein wollen, braucht das Management Know-how über die neuen Technologien und offene Führungsstile.

Viele Unternehmensgeschichten sind Litaneien von oft bedauerlichen Verrückten. Die Wichtigkeit von Innovationsmanagern und das zunehmende Interesse an Innovationen fühlt sich anders an. Um es unverblümt zu sagen, jedes Unternehmen - ob es ihm gefällt oder nicht - ist jetzt ein Technologie- und Innovationsunternehmen. Dieser Trend beeinflusst fast alle Unternehmen - sowohl deren Gegenwart als auch deren Zukunft.

In einem Mehr von allem

Erfolgreiche Innovationen sind immer komplex und erfordern einen umfassenden Ansatz aus der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Technologie. Im Innovationsmanagement geht es um mehr als nur um die Planung und Entwicklung neuer Produkte, Dienstleistungen, Markenerweiterungen oder Technologien. Es geht darum, sich Dinge und vor allem Auswirkungen vorzustellen, zu mobilisieren und auf neue Weise zu denken.

Die Welt, wie wir sie kennen, ist infolge des Internets gefühlt viel kleiner geworden. Infolgedessen hat ein massiver Paradigmenwechsel stattgefunden. Es wurde ein Weg für ein Umfeld geebnet, das nach immer mehr verlangt: mehr Informationen, mehr Inhalte, aber auch mehr Müll. Wir speichern vieles schnell ab und kaufen mehr von allem - meistens mehr als wir eigentlich wollen oder gar bräuchten. Wir scheinen generell süchtig nach Mehr zu werden: Mehr Freunde in der Kontaktliste, mehr Erwartungen, mehr Geschwindigkeit. Und irgendwie scheint kein Ende in Sicht zu sein.

Innovationsmanager verbinden das Mehr mit den Menschen

Bisher sind noch nicht viele Unternehmen auf den Geschmack der Investition in einen Innovationsmanager gekommen. Dabei scheitern geschätzt 90 Prozent der neuen Ideen, die ohne einen Innovationsmanager durchgeführt werden. Innovationen sind aber unbedingt notwendig, wenn das Unternehmen mit den Wettbewerbern konkurrieren und auch mithalten möchte. Dies muss möglichst schnell, günstig und dennoch profitabel passieren. Des Weiteren werden Produkte immer kurzlebiger, weshalb schneller wieder neue Innovationen geschaffen werden müssen.

Unternehmen auf der ganzen Welt sind ebenfalls mehr miteinander verbunden. Und dieses Verbinden ist wohl der stärkste Innovationsfaktor. Es gibt viele Gründe dafür: So ist die Unmittelbarkeit und Genauigkeit der Echtzeit-Datenübertragung zur Norm geworden. Wir haben die Fähigkeit alles mit jedem zu teilen und uns mit Menschen, Gruppen und Unternehmen auf der ganzen Welt sofort zu verbinden. Die Qualität und Benutzerfreundlichkeit von digitalen Medien ist nicht nur für Profis wichtig.

Die Zukunft ist nicht die Vergangenheit

Vorhersagen in Sachen Innovation sind immer ein Teil Wissenschaft, ein Teil schwarze Magie und ein Teil Glück. Die Welt der Daten gibt uns die Möglichkeit, die Teile Wissenschaft und Glück besser zu nutzen. Unternehmen betrachten die Trends, die die Daten aufdecken, und schauen sich dann die Variablen an, die schwerer zu quantifizieren sind. Und daraus folgen dann hoffentlich gute Geschäftsentscheidungen.

Es ist nicht mehr die Geschwindigkeit der Wirtschaft, die Herausforderungen schafft. Es ist das kurze Stehenbleiben und Nachdenken, das unsere Geschäftsmodelle in scheinbar jede mögliche Weise durchdringt und das Unternehmen veranlasst nachzudenken, wie sie tatsächlich funktionieren. Dieses Stehenbleiben ist der Auslöser, der ganze Branche dazu veranlasst, darüber zu reflektieren, wie das, was da ist, neu durchdacht und aufgerollt werden kann, um Bestehendes gekonnter zu definieren.  

Innovationsmanager reduzieren vor allem die Kosten und die Zeit für Entwicklungen und sorgen dafür, dass nicht unnötig Geld, Energie und Zeit in die falschen Produkte investiert werden. Aufgrund der Globalisierung müssen wir alle fach- und sprachübergreifender arbeiten. Mit dem Innovationsmanager wird eine Stelle geschaffen, die all dies im Auge behält und organisiert. Strukturierte Vorgehensweisen, die Plausibilisierung der Zusammenhänge und die Steuerung neuer Ideen sind dabei sein Aufgabenfeld. Willkommen in der Zukunft.