Ist der frühe Vogel wirklich der kreativere?

Kreativität entzündet sich, wenn in Ihnen ein Impuls entsteht, etwas ausdrücken und beitragen zu wollen. Sie fließt am besten, wenn Sie sich unbeschwert fühlen und spielerisch an die Sache rangehen. Aber Kreativität erfordert einiges an mentaler Energie.

Um gute Arbeit zu leisten, müssen Sie konzentriert, willensstark und belastbar sein. All diese mentale Energien sind begrenzt - wie der Psychologe Roy Baumeister in seinen Forschungen belegt. Diese Energien sind am Morgen am höchsten und sinken im Laufe des Tages rapide ab. Baumeister nennt das die "Ich-Erschöpfung".
Auf ähnliche Ergebnisse kommt auch die Universität von Nottingham. In 83 Studien wurde der Effekt der Ego-Depletion - die Fähigkeit zur Selbstkontrolle einer Person - auf die Leistungsfähigkeit untersucht. Das Ergebnis: Je höher unsere Ego-Depletion ist, desto leistungsfähiger können wir agieren.

Nun gibt es viele Strategien, die eigene Energie zu kultivieren, den Fokus zu verbessern und so die Kreativität zu fördern. Wenn Sie aber eine Morgenroutine für kreative Arbeit entwickeln, ersparen Sie sich den Einsatz solcher Methoden. Denn die Forschung zeigt weiters, dass die Art und Weise, wie Sie in Ihren Tag starten, Ihre Stimmung und Produktivität während des Tages beeinflusst. Dabei spielt es aber keine Rolle, wann genau Sie aufwachen, sondern was Sie in Ihren persönlichen Morgenstunden machen.

Sind Sie bereit, eine Morgenroutine zu entwickeln, die Ihre Leistung vervielfacht? Im Folgenden finden Sie 3 Impulse, mit denen Sie gleich loslegen können.

  1. Eat the frog

Kennen Sie das Zitat von Mark Twain “Eat a live frog first thing in the morning and nothing worse will happen to you the rest of the day.”? Wenn Sie gleich nach dem Aufstehen die unangenehmste Aufgabe des Tages erledigen, werden Sie nicht nur mit Erleichterung belohnt, sondern verbrauchen nicht unnötig Energie für das Aufschieben. Morgens ist es auch meistens am ruhigsten und Sie können konzentrierter und schneller arbeiten.

2. Körperliches Training für einen erfolgreichen Start

Laut der Zeitschrift der Harvard Medical School sorgt morgendliches Körpertraining für eine Ausschüttung von neurotrophen Stoffen, die wiederum die Gehirnfunktion steigern. Trainieren am Morgen erhöht Ihre geistige und körperliche Ausdauer, liefert Energie für den Tag und steigert die Motivation. All das führt wiederum zu einer erhöhten Gesamtproduktivität.

3. Notieren Sie Ihre Aufgaben bereits am Vorabend

Oft entdecken wir erst am Ende des Tages, was wir eigentlich erledigen wollten. Ärgern Sie sich nicht darüber, sondern nützen Sie dieses Wissen und schreiben Sie am Abend 3 Dinge auf, die Sie gleich am nächsten Morgen erledigen möchten. Das kann alles Mögliche sein - Rechnungen bezahlen, einen Arzttermin vereinbaren oder die Agenda für ein Meeting aufsetzen. Wenn Sie dann am nächsten Morgen aufwachen, setzen Sie diese Dinge gleich um (siehe auch Punkt 1).

Natürlich kommt es auch hin und wieder vor, dass nicht alles nach Plan läuft. Aber generell hilft Routine dabei, den Tag entspannt zu starten und so zufriedener zu sein. Mit einer individuellen Morgenroutine sind die Weichen für einen erfolgreichen Tag gestellt. Ein strukturierter Ablauf sorgt für einen klaren Kopf, fokussiertes Denken und eine positive Grundstimmung.