Das sind die 10 Zeichen, an denen Sie erkennen, dass Sie unbedingt an Ihrem EQ arbeiten sollten

Menschen, die erfolgreicher in ihrem Job werden wollen, legen normalerweise viel Wert darauf, ihr Wissen zu steigern und noch mehr zu leisten. Dabei ist es genauso wichtig - wenn nicht sogar wichtiger - dass Sie den Fokus auf die Steigerung Ihres EQ richten.

EQ oder emotionale Intelligenz spielt eine große Rolle für den persönlichen und finanziellen Erfolg. Eine Studie zeigt, dass bei einer Gruppe von Menschen im Alter von 1 bis 30 Jahren der EQ sogar den größten Einfluss auf den finanziellen und persönlichen Erfolg hat. So besitzen beispielsweise 90% der Leistungsträger einen hohen emotionalen Intelligenzquotient.

Die gute Nachricht: Emotionale Intelligenz ist etwas, das jeder in sich trägt. Es beeinflusst, wie wir uns verhalten, wie wir uns selbst motivieren, wie wir unsere soziale Komplexität steuern und wie wir persönliche Entscheidungen treffen.

Was ist der EQ und wie wird dieser gemessen?

Vor rund 100 Jahre verwendete der amerikanische Psychologe Edward Lee Thorndike erstmals den Begriff der „sozialen Intelligenz“. Dieser ist mit der heutigen Beschreibung des EQ äquivalent, den wiederum 1990 die beiden US-Psychologen Peter Salovey und John D. Mayer einführten. Durch den Journalist Daniel Goleman wurde 1995 dank seinem gleichnamigen Werk der Begriff erst populär.

Emotionale Intelligenz ist die Fähigkeit, die eigenen und fremde Gefühle und menschliche Beziehungen richtig einzuschätzen und entsprechend zu handeln. Es gibt 12 verschiedene Kompetenzen der emotionalen Intelligenz, die sich auf die Eigenschaften Selbstwahrnehmung, Selbst- und Beziehungsmanagement sowie soziales Bewusstsein aufteilen. Personalverantwortliche sehen die emotionale Intelligenz als Voraussetzung für den beruflichen Erfolg, denn im Job sind soziale Faktoren wichtiger als reines Fachwissen.

Nun gibt es zwar Test, mit denen Sie Ihren EQ messen können. Diese sind aber sehr aufwendig und dementsprechend teuer. Auch ohne genau zu wissen, wie hoch Ihr eigener EQ ist, können Sie einiges tun, um diesen Wert zu verbessern.

10 Anzeichen, dass Sie Ihren EQ steigern sollten

1. Sie treffen schnell Annahmen, die Sie vehement verteidigen: Menschen mit einem niedrigen EQ bilden schnell eine Meinung, von der sie nur ungern ablassen. Sie suchen nach Beweisen, die ihre Thesen untermauern, und ignorieren noch so logische Gegenmeinungen. Menschen mit einem hohen EQ wiederum lassen ihre Gedanken zuerst ruhen und reflektieren erst danach darüber. Sie wissen, dass die ersten Reaktionen immer von Emotionen bestimmt werden.

2. Sie geben die Verantwortung für ihre Gefühle an andere ab: Emotionen kommen immer von einem selbst und werden niemals von außen gesteuert. Es ist verlockend, die eigenen Gefühle den Handlungen anderer zuzuschreiben. Aber nur Sie selbst sind verantwortlich für Ihre Gefühle - niemand sonst kann Sie dazu bringen, etwas zu fühlen, das Sie nicht wollen. Zugegeben, es ist zwar unmöglich, Ihre Reaktionen auf das, was andere von Ihnen denken oder sagen, einfach abzuschalten. Emotional intelligente Menschen vergleichen sich nicht ständig mit anderen und hinterfragen bewusst fremde Aussagen. Dadurch haben sie einen höheren Selbstwert und sind zufriedener.

3. Sie kennen Ihre Trigger nicht: Jeder Mensch erlebt ab und an Situationen, die unangenehme Gefühle auslösen und einen zu impulsiven Handlungen hinreißen. Emotional intelligente Menschen kennen diese Auslöser genau und können bewusst darauf reagieren, noch bevor die Situation zu eskalieren droht.

4. Sie haben Schwierigkeiten Grenzen zu setzen: Je schwerer es Ihnen fällt, nein zu sagen und Grenzen zu setzen, desto wahrscheinlicher werden Sie Stress, Burnout und sogar Depressionen erleben (wie Sie nein sagen können, habe ich in diesem Artikel geschrieben). Menschen mit einem hohen EQ sind in der Lage, bewusst Grenzen zu setzen und diese auch zu verteidigen. Sie agieren ausgeglichen und weisen andere in die Schranken, ohne sich gleich Feinde zu machen.

5. Sie haben ein begrenztes emotionales Vokabular: Studien zeigen, dass nur 35% der Menschen ihre Emotionen genau benennen können. Das Problem dabei ist, dass es die fehlende Beschreibung zu irrationalen Entscheidungen und kontraproduktiven Reaktionen führt. Während viele ihren Zustand beispielsweise als „schlecht“ beschreiben, können emotional intelligente Menschen unterscheiden, ob sie sich „gereizt“ fühlen oder doch eher „frustriert“ oder „besorgt“ sind. Diese Unterscheidungen helfen zu identifizieren, wodurch dieses Gefühl verursacht wurde und was Sie dagegen tun können.

6. Sie sind schnell beleidigt: Wenn Sie genau wissen, was Sie als Person ausmacht und was Ihnen wichtig ist, ist es schwierig für andere, etwas zu sagen oder zu tun, dass Sie aus dem Gleichgewicht bringt. Emotional intelligente Menschen sind selbstbewusst, aber trotzdem aufgeschlossen. Sie können über sich selbst lachen und auch mitlachen. Sie kennen die feine Grenze zwischen Humor und Beleidigung.

7. Sie geben keine Fehler zu: Manche Menschen können sich zwar von ihren Fehlern distanzieren, aber sie lassen sie trotzdem nicht los. Dadurch können sie aus diesen nicht lernen. Wenn Sie sich einerseits zu intensiv mit Ihren Fehlern auseinandersetzen, kann das zu extremen Verunsicherungen und Verängstigung führen. Wenn Sie Fehler andererseits einfach ignorieren oder unter den Teppich kehren, führt das zu unnötigen Wiederholungen. Emotional intelligente Menschen erkennen und nutzen Fehler als Chancen zum Lernen und Wachsen.8. Sie fühlen sich oft missverstanden: Wenn es an emotionaler Intelligenz fehlt, ist es schwer, andere Menschen zu verstehen. Es fällt dann auch schwer, Nachricht auf eine Art und Weise zu übermitteln, die andere gut aufnehmen können. Emotional intelligente Menschen wissen, dass sie nicht jeden Gedanken perfekt kommunizieren können. Sie erkennen aber schnell, wenn andere ihre Aussagen nicht verstehen und passen ihre Worte entsprechend an.

9. Sie können Ärger und Wut nicht loslassen: Negative Emotionen, die mit dem Festhalten an Wut und Ärger einhergehen, führen zu Stressreaktionen. Bereits beim Nachdenken über ein bestimmtes Ereignis versetzt sich Ihr Körper in den Kampf- oder Fluchtmodus. Dieser Überlebensmechanismus zwingt Sie, aufzustehen und zu kämpfen oder zu laufen, sobald Sie einer Bedrohung ausgesetzt sind. Wenn die Bedrohung jedoch eine uralte Geschichte ist, führt alleine der Gedanke daran bereits zu verheerenden gesundheitlichen Problemen wie Bluthochdruck und Herzerkrankungen. Emotional intelligente Menschen können ihren Ärger schneller loslassen, fühlen sich dadurch besser und agieren so auch vernünftiger.

10. Sie zeigen keine Gefühle: Eine hohe emotionale intelligent zu besitzen bedeutet nicht, einfach nur nett und lieb zu sein. Es bedeutet, dass Sie Ihre Emotionen steuern können, um so bestmögliche Ergebnisse zu erzielen. Manchmal bedeutet das, Menschen zu zeigen, dass Sie sich aufregen, traurig oder frustriert sind. Die eigenen Emotionen ständig zu maskieren, ist weder sinnvoll noch produktiv. Emotional intelligente Menschen setzen negative und positive Emotionen entsprechenden den Situationen angemessen ein.

Alles in allem

Im Gegensatz zu Ihrem IQ ist der EQ sehr ausbaubar und flexibel. Wenn Sie Ihr emotionales Verhalten regelmäßig üben, schaffen Sie die erforderlichen Pfade, um neue Gewohnheiten zu entwickeln. Wenn Ihr Gehirn durch Wiederholung die neuen Verhaltensweisen verstärkt, sterben Verbindungen ab, die altes, destruktives Verhalten unterstützen. Schon nach kurzer Zeit beginnen Sie mit mehr emotionaler Intelligenz auf Ihre Umgebung zu reagieren, ohne viel darüber nachdenken zu müssen. Und das fühlt sich nicht nur gut an, sondern macht Sie vor allem erfolgreicher und gesünder.