10 Tipps für mehr Ideen

"Wir müssen anders denken!" "Wir brauchen neue Ideen!" "Wir müssen kreativer sein!" Das sind Aussagen, mit denen ich immer wieder in meiner Arbeit als Innovationsberaterin konfrontiert werden.

Angesichts der komplexen Welt und den sich ständig verändernden Herausforderungen erkennen Unternehmen, dass die Fähigkeit, fortlaufend innovieren zu können, entscheidend ist, um der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein. Aus diesem Grund müssen wir nach neuen Ideen Ausschau halten, die Innovationen vorantreiben. Deshalb wird die Fähigkeit, anders zu denken, neue Ideen zu entwickeln und Kreativität innerhalb eines Teams zu fördern, zu einer wichtigen Eigenschaft.

Die schlechte Nachricht: Unternehmen verfallen nach wie vor oft dem Glauben, dass gute Ideen einfach passieren. Oder schlimmer noch, Sie tappen in die Gedankenfalle, dass Kreativität eine Begabung ist, die manche Leute haben, andere hingegen nicht. Und dann gibt es noch den selbstzerstörerischen Glauben, manch einer wäre einfach nicht klug genug, um gute Ideen zu haben.

Die gute Nachricht: Sie können aktiv daran arbeiten, diese Fähigkeit aufzubauen und zu kultivieren. Diese Annahmen treffen in den allerwenigsten Fällen wirklich zu. Jeder kann sich neue, radikale Ideen einfallen lassen - Sie müssen nur lernen, sich dafür zu öffnen und anders zu denken.

Es existieren weitaus effektivere Kreativitätstechniken, die Sie für die Entwicklung neuer Ideen verwenden können. Wenn Sie zum Beispiel Meetings rund um das Thema Ideengenerierung abhalten, ist das A und O die Anzahl der Personen im Raum. Und das ist auch schon mein erster Tipp für Sie: Folgen Sie der "Pizza-Regel": Sprich, wenn Sie mehr Leute in einem Raum haben, als Sie mit einer Pizza versorgen könnten, sind es eindeutig zu viele, um ein wirklich produktives Meeting abzuhalten.

Die gleiche Regel gilt für eine Brainstorming-Sitzung: Wenn Sie ein Dutzend Leute an einem Tisch sitzen haben, werden Sie im besten Falle eine lange Liste von mittelmäßigen Ideen bekommen. Auf die wirklich einschlagende Idee werden Sie vermutlich dabei lange warten können.

Was können Sie sonst noch tun können, um gute Ideen zu finden?

1. Reduzieren Sie das Meeting auf 22 Minuten

Wer hat entschieden, dass Meetings 30 oder 60 Minuten dauern sollten? Auf welchen Daten basiert dies? Es gibt dazu keine, zumindest habe ich nichts dazu gefunden. 30- und 60-Minuten-Meetings lassen einfach keine Zeit zwischen den Meetings zu. Diese Angabe geht von der Annahme aus, dass Menschen im Durchschnitt eine Stunde brauchen, um die Dinge zu klären. Sicherlich können nicht alle Meetings in 22 Minuten durchgeführt werden, aber viele.

Aber Achtung: Nach meiner Erfahrung funktioniert eine begrenzte Zeit zum Brainstorming nur, wenn alle Teilnehmer tatsächlich dazu bereit sind. Eine strikte Zeitbeschränkung trägt meiner Erfahrung nach tatsächlich dazu bei, dass Menschen ihre Aufgabe meistern und ihre besten Ideen liefern.

2. Geben Sie Platz für eine Anonymität

Bieten Sie Platz für anonyme Ideeneinreichung an - vor und nach dem Meeting. Die Leute haben vielleicht ein paar Ideen, die sie vor der Gruppe nicht sagen wollen. Es wäre eine Schande, diese Ideen aufgrund von Schüchternheit, Unbehagen oder einfach der Vorliebe für das Schreiben von Ideen zu verpassen. Dies lässt sich einfach über ein Formular einrichten. So können Sie auch die Ideen abfangen, die vielleicht erst nach dem Meeting auftauchen.

3. Setzen Sie auf eine bunte Mischung

Wenn das Team, das an den gleichen Projekten arbeitet, dieselben Teambesprechungen besucht, im Büro nebeneinandersitzt und sogar noch jeden Tag gemeinsam Mittagessen geht, auch noch zusammen neue Ideen erarbeiten will, werden mit hoher Sicherheit die Gedanken sehr ähnlicher Natur sein.

Laden Sie stattdessen neue Leute aus anderen Abteilungen zu Ihren Meetings ein - Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Erfahrungen, die Ihnen dabei helfen, Sie aus Ihrer Komfortzone zu holen und die Dinge auf eine neue Art zu sehen. So bekommen Sie eine großartige Mischung aus neuen Perspektiven und kontextbezogenem Wissen, die Ihnen helfen wird, auf originelle und machbaren Ideen zu landen.

4 Fördern Sie eine Kultur, in der schlechte Ideen okay sind

Gerade, wenn Sie eine leitende Funktion haben, sind Sie für viele ein wichtiges Vorbild: Also, geben Sie selbst auch Ihre eigenen (schlechten) Ideen zum Besten. Wenn die Leute freisprechen können, sich dabei aber nicht dumm fühlen, werden sie auf mehr Ideen kommen - was es wahrscheinlicher macht, dass zumindest ein paar sehr gute dabei sind.

5. Verlautbaren Sie Ihre Ziele vor dem Meeting

"Lange vor dem Treffen" heißt nicht am gleichen Morgen. Stellen Sie relevante Informationen mindestens zwei Arbeitstage im Voraus zur Verfügung, damit die Leute eine Chance haben, sich darauf vorzubereiten.
Neben der Bereitstellung von kontextbezogenen Informationen, verlautbaren Sie, wie das ideale Ergebnis des Meetings aussehen soll. Das hilft, den Grund und den Umfang dessen zu verstehen, warum sie sich treffen. Dadurch können Sie auch vermeiden, Zeit damit zu verschwenden, alle auf denselben Stand zu bringen, sondern können gleich zur Sache kommen.

6. Bitten Sie die Leute, einige Ideen vorzubereiten

Oft zeigen sich großartige Ideen nicht, wenn man sie darum bittet. Sie tauchen im Zug auf, in der Dusche - eigentlich jedes Mal, wenn man sie nicht erwartet hat.

Dies ist ein Grund, warum es gut ist, ein paar Tage Vorlaufzeit vor Ihrem Meeting zu geben, aber es ist auch der Grund, warum Sie das Team explizit dazu auffordern sollten, sich bereits im Vorhinein Gedanken zu machen. So können Sie das Meeting von Anfang an mit guten Ideen beginnen. Diese Ideen können dann als Basis herangezogen und verfeinert bzw. modifiziert werden.

Zumindest sollte derjenige, der das Meeting einberuft, bereits ein paar Ideen mitbringen, um gut loszustarten und einen Hinweis darauf zu geben, wie seiner Meinung nach eine gute Idee aussieht.

7. Fördern Sie bewusst Stille

In einem Brainstorming sind stille Zeiten, in denen Menschen zum Nachdenken kommen - entweder über ihre eigenen Ideen oder darüber, wie sie auf die letzte Idee aufbauen können, die aufkam - wichtig und hilfreich. Viel zu oft kommen die Leute gar nicht zum Nachdenken, weil sie ständig ihre Aufmerksamkeit auf den nächsten Punkt lenken und zuhören müssen. Ideen zeigen sich aber nur dann, wenn sie auch den Platz dafür bekommen.

8. Setzen Sie bewusst Grenzen

Wenn Sie alle Ressourcen und Möglichkeiten der Welt haben, wird es die Kreativität ersticken. Definieren Sie Grenzen in Bezug auf Ziele und Ressourcen für die Ausführung Ihrer Ideen. Versuchen Sie dann, diese als Chance für Kreativität zu sehen, anstatt als Sperre, die es unmöglich machen, eine gute Idee zu entwickeln. Grenzen helfen dabei, kreativer zu sein.

9. Seien Sie darauf vorbereitet, dass Sie kein Ergebnis bekommen

Setzen Sie sich selbst nicht unter Druck, dass Sie eine Idee wählen und verfolgen müssen, nur weil Sie ein Meeting dazu hatten. Wenn sich - warum auch immer - keine gute Idee ergeben hat, ist das in Ordnung.
Sehen Sie es nicht als Zeitverschwendung! Aber Sie werden Ihre Zeit verschwenden, wenn Sie eine Idee verfolgen, die sich nicht lohnt. Mit dem geringeren aller Übel voranzukommen, macht die Sache nicht besser. Reflektieren Sie stattdessen darüber, ob eine Idee vielleicht Potenzial hat, mehr darüber nachzudenken, bevor Sie sie verwerfen. Oder holen Sie sich neuen Input, von anderen Menschen oder sogar von dergleichen Gruppe, wenn diese etwas Abstand hatten. Eine zweite Runde birgt oft die besten Ideen, weil Sie Zeit zum Nachdenken hatten und -meist unbewusst - die Augen für Neues geöffnet halten.

Fazit

Die Fähigkeit, neue Ideen zu generieren, ist wichtiger denn je. Sie können Ideen fördern, indem Sie bewusst alte Denkmuster durchbrechen und neue Perspektiven betrachten.